online am 17. Oktober 2020

Der Apfel

Du bist die klare Nummer 1
unter den TOP 10 der Obstsorten
und das schon seit Jahrzehnten.
Im Durchschnitt isst jeder 30 kg
oder 125 Stück im Jahr.
Bereits in der Antike wirst du
kultiviert und veredelt.
Früh verbanden Menschen mit dir
eine Symbolik des Lebens,
der weiblichen Kraft und Fruchtbarkeit
als Sinnbild von Liebe und Schönheit.
Du bist so gesund,
reich an Vitaminen,
Mineralstoffen und Spurenelementen.
Der Mensch macht dich zum Bösewicht,
denn ein Häppchen von dir
und Schneewittchen fällt ins Koma.

Maria Eifrig, Oktober 2020

 


online am 07. Oktober 2020

Die Birne

Süß und saftig schmeckst du.
Bist sogar süßer als ein Apfel.
Wirkst robust und bist doch empfindlich.
Bist alt und jung zu gleich.
Römer und Griechen
liebten dich als Nachspeise.
Als „Gute Luise“ oder „Williams Christ“
bist du wesentlich jünger.
Ob roh, Kompott, Marmelade,
versteckt im Pudding
oder eingemacht zu Waffeln,
immer schmeckst du fein.
Deine Form ähnelt einer Flasche,
variierst von Gold-Gelb, über Grün
bis hin zu leuchtendem Rot.
Berühmt macht dich Theodor von Fontane:
„Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“
verschenkt dich in Kinderhand.

Maria Eifrig, Mai 2015

 


online am 23. September 2020

Weglassen oder bleiben?

Was man alles weglassen kann:
Zeitung zum Frühstück
Milch im Kaffee
Sahne zum Kuchen
Wein zum Essen
Chips zum Bier
Schokolade beim Fernsehen

Was bleiben muss:
Kaffee zum Frühstück
Nachrichten im Fernsehen
Bücher zum Lesen
Freunde treffen
Spielende Kinder
Haustiere

.
Was man alles weglassen kann:
Waffen
Kriege
Krankheiten
Unwetter
Unfälle
Verbrechen

Was bleiben muss:
Träume
Liebe
Freundschaft
Feuerwehr
Polizei
Ärzte

Maria Eifrig, September 2020

 


online am 20. August 2020

Es ist, wie es ist!

Corona, Corona,
Du bist wieder da.
Du wolltest uns verlassen,
Wurdest schwächer.
Es wurde gelockert.
Endlich!
Feiern, feiern,
Viel zu eng, na und?
Urlaub, Urlaub,
Weit weg, na und?
Die Unvernunft siegt.
Schade!
Du kommst zurück.
Wirdst wieder stark.
Schaffen wir es nochmal?
Was soll ich sagen?
Es ist, wie es ist!

Maria Eifrig, August 2020

 


online am 27. Juli 2020

Believe (in) us

Ich glaube an Menschen,
dachte ich früher,
heute nicht mehr,
sie sind böse,
lügen und betrügen,
zerstören unsere Welt
für Geld, nur für Geld.

Ich glaube an Menschen,
manchmal,
sie helfen einander,
arbeiten ehrenamtlich,
kümmern sich
um Schwache und Kranke,
helfen in der Not,
sammeln Geld, tun Gutes.

Ich glaube an mich,
nicht immer,
zweifel oft an mir,
gebe andern die Schuld,
manche wollen helfen,
ich kämpfe lieber allein,
such neue Wege,
finde sie,
bin zufrieden,
ich glaube an mich.

Maria Eifrig, Juli 2020

 


online am 22. Mai 2020

fahrzeit

ich fahre und fahre
und weiß nicht wohin
quer durch’s blaukreuzwäldchen
dauert es ein weilchen.

ich fahre und fahre
und weiß nicht wohin
die sonne brennt auf’m rücken
das virus verjagt mücken.

ich fahre und fahre
und weiß nicht wohin
gelenkt durch bunte pfeile
geht’s durch die einkaufsmeile.

ich fahre und fahre
und weiß nicht wohin
meine maske ist zu haus
deshalb fällt einkaufen aus.

ich fahre und fahre
und weiß nicht wohin
cafés, restaurants sind zu
kein ort für ein rendezvous.

ich fahre und fahre
und weiß jetzt wohin
ich fahre heim
weg von dem keim.

ich fahre und fahre
und weiß jetzt wohin
sammel berge von energie
für’s leben nach der pandemie.

Maria Eifrig, Mai 2020

 


online am 10. April 2020

Corona Ostern 2020

Corona, Corona,
Ostern geht‘s ins Koma.
Schoko Hasen, bunte Eier,
gekauft für die Osterfeier.
Wir suchen Verstecke
im Haus, hinter der Hecke.

Corona, Corona,
Ostern geht’s ins Koma.
Kontakte sperren, grauenvoll,
trotzdem, Ostern wird wundervoll.
Besuch ist nicht erlaubt,
Skype zeigt, was euch geraubt.

Corona, Corona,
Ostern geht’s ins Koma.
Wir bleiben zu Hause,
Covid-19 macht Pause.
Wir essen uns kugelrund
und bleiben hoffentlich gesund!

Frohe Ostern
Maria Eifrig, April 2020

 


online am 08. April 2020

Osterlos

Der Osterhase spricht:
„Ostern gibt’s jetzt leider nicht!
Liebe Leut`, ihr müsst noch warten,
warum, das dürft ihr 3x raten.
Der Virus hat´s zur Zeit verbockt,
der hat uns alle ausgeknockt.
Darum ist jetzt auch nichts zu machen:
– Nicht mutlos sein und trotzdem lachen!-

Das ist mein Rat: Bleibt schön zu Haus,
dann sieht die Welt bald besser aus.“

Christa Borowski-Schmitt, April 2020

 


online am 02. März 2020

Nebel

Eingehüllt in eine Nebelwand
Endet eine Straße ohne Ziel
Dahinter liegt ein Berg mit Ziegelsteinen
Die sich in Federn verwandeln
Der Wind trägt sie empor und voneinander weg

Eine verzweifelte Vogelscheuche
Steht einsam und verlassen auf dem Feld
Mit steifen Gliedern und Händen aus Stroh
Schafft sie es nicht, Krähen zu vertreiben
Die gierig nach der Saat picken

Ein Schatten sucht sein Original
Begegnet einem Menschen
Und versucht in ihn einzutauchen
Aber sein echter Schatten vertreibt ihn
Vielleicht wird die Nacht ihn erlösen

Ein Kind, fröhlich lachend und mit geöffneten Armen
Läuft, stolpert und fällt hin
Als es aufsteht, ist aus dem Kind ein Jüngling geworden
Er geht, stolpert und fällt wieder hin
Als er aufsteht, zersplittert er in 1000 Teile und läuft weiter

Die Reifenspuren auf dem Asphalt
Sie scheinen sich zu Buchstaben zu formen
Sie erzählen eine Geschichte
Vom Fließen und Verschwimmen
Kein Vorne, kein Hinten und kein Mittendrin, nur Beinah.

Marius Schmieda, November 2019

 


online am 28. Januar 2020

Abschied

Lieber Theo,
geliebter Schwager,

Du hast gern gelebt,
gelacht und gesungen,
mit Freunden gefeiert, getanzt.

Du warst joggen, wandern
im Wald, in den Bergen
mit Freunden, niemals allein.

Du warst immer gesund,
das blühende Leben,
geliebt von Deiner Familie.

Dann war sie da,
die Krankheit, der Krebs,
nahm Dir schnell und unerwartet das Leben.

Wir werden Dich nie vergessen,
lieber Theo,
geliebter Schwager.

Maria Eifrig, Januar 2020