online am 02. März 2020

Nebel

Eingehüllt in eine Nebelwand
Endet eine Straße ohne Ziel
Dahinter liegt ein Berg mit Ziegelsteinen
Die sich in Federn verwandeln
Der Wind trägt sie empor und voneinander weg

Eine verzweifelte Vogelscheuche
Steht einsam und verlassen auf dem Feld
Mit steifen Gliedern und Händen aus Stroh
Schafft sie es nicht, Krähen zu vertreiben
Die gierig nach der Saat picken

Ein Schatten sucht sein Original
Begegnet einem Menschen
Und versucht in ihn einzutauchen
Aber sein echter Schatten vertreibt ihn
Vielleicht wird die Nacht ihn erlösen

Ein Kind, fröhlich lachend und mit geöffneten Armen
Läuft, stolpert und fällt hin
Als es aufsteht, ist aus dem Kind ein Jüngling geworden
Er geht, stolpert und fällt wieder hin
Als er aufsteht, zersplittert er in 1000 Teile und läuft weiter

Die Reifenspuren auf dem Asphalt
Sie scheinen sich zu Buchstaben zu formen
Sie erzählen eine Geschichte
Vom Fließen und Verschwimmen
Kein Vorne, kein Hinten und kein Mittendrin, nur Beinah.

Marius Schmieda, November 2019

 


online am 28. Januar 2020

Abschied

Lieber Theo,
geliebter Schwager,

Du hast gern gelebt,
gelacht und gesungen,
mit Freunden gefeiert, getanzt.

Du warst joggen, wandern
im Wald, in den Bergen
mit Freunden, niemals allein.

Du warst immer gesund,
das blühende Leben,
geliebt von Deiner Familie.

Dann war sie da,
die Krankheit, der Krebs,
nahm Dir schnell und unerwartet das Leben.

Wir werden Dich nie vergessen,
lieber Theo,
geliebter Schwager.

Maria Eifrig, Januar 2020