online am 12. Januar 2019

Silvester

Gut das Weihnachten vorbei ist. Eigentlich wollte ich ein paar Tage zur Ruhe kommen, aber mein Job und die Weihnachtsvorbereitungen haben mir nur Stress und Hektik beschert. Silvester soll ruhiger und entspannter werden. Ich bin selber schuld, dass es nicht so wird. Alle wollen eine Fete machen mit leckerem Essen, guten Getränken, Bleigießen, Raketen, …
Es fehlen nur Ort und Organisator. Wie gut das es mich und unser Haus gibt.
Die Planung steht. Das Menü, die Getränke und der Vergnügungsplan bis zum Jahreswechsel sind besprochen. Silvester kann kommen.
Da ich täglich ca. 10 Stunden arbeite und es gewohnt bin mich gut zu organisieren, funktioniert alles perfekt. Haltbare Lebensmittel und Getränke werden früher eingekauft. Die benötigten frischen Dinge für Silvester vorbestellt.
Wir haben Silvester. Ab 8:00 Uhr bin ich unterwegs. Die Vorbestellungen vom Bäcker und Fleischer müssen abgeholt werden. Die Einkaufsschlangen vor den Kassen sind riesig. Alles dauert doppelt so lange wie sonst. Um 10:00 Uhr bin ich wieder zu Hause, genieße in Ruhe ein belegtes Brötchen und eine Tasse Kaffee.
Die häuslichen Vorbereitungen beginnen. Besteck, Porzellan und Gläser, die selten verwendet werden, müssen gespült werden. Dann muss ich mich um das Essen kümmern – Salat putzen, Fleisch schneiden, Soßen machen usw. alles, was für ein deftiges Fondue benötigt wird. Um 16:00 Uhr brauche ich dringend eine Pause. Kaffee und was Essbares machen mich wieder fit.
Um 18:00 Uhr kommen die ersten Helfer. Unser Wohnzimmer wird komplett umgeräumt. Tische und Stühle werden zu einer festlichen Tafel hergerichtet. Langsam trudeln alle Gäste ein. Mit dem mittlerweile traditionellen Sketch „Dinner for One“  beginnt die Fete.
Es wird ein langer, lustiger Abend. Besonders unser gewaltiges Feuerwerk ist mir in Erinnerung geblieben.
Einige Gäste verlassen erst in den frühen Morgenstunden unser Haus. Ein wenig Energie bleibt mir um das schlimmste Chaos zu beseitigen, dann falle ich tot müde ins Bett.
Prosit Neujahr!

Silvester heute ist nicht zu vergleichen. Mein Mann muss planen, einkaufen und alles vorbereiten. Ich ärgere mich über mich selbst, weil ich nur Zuschauer bin. Die Gäste bleiben aus, sind verhindert oder kennen den Weg nicht mehr. Wir machen es uns gemütlich bei leckerem Essen und gutem Wein. Manchmal leistet uns eine Freundin Gesellschaft. Um Mitternacht gehen wir nach draußen, bewundern die prächtigen Raketen am Himmel, treffen auf Nachbarn und stoßen mit einem Glas Sekt auf ein gesundes, neues Jahr an.
Prosit Neujahr!

Maria Eifrig, November 2016

 


online am 19. Dezember 2018

Weiße Weihnacht

Es ist Weihnachten und leise rieselt der Schnee,

nein, doch nicht. Er hat uns verlassen der Weihnachtsschnee. Der Blick aufs Thermometer zeigt 13°C. Kein Wunder, wie soll bei diesen Temperaturen Schnee fallen, vielleicht nächstes Jahr wieder. Das sage ich mir seit sechs Jahren und jedes Jahr das Selbe, kein Schnee, weil es viel zu warm ist. Auf einmal wird mir bewusst, was passiert ist: Der Weihnachtsschnee steckt im Fernseher fest. Immer, wenn ich an Weihnachten den Fernseher einschaltete, sehe ich den Weihnachtsmann und Rudi, das Rentier, wie sie mit ihrem Schlitten im Schnee unterwegs sind. Ich springe in den Fernseher und  da ist sie, die weiße Weihnacht.

Maria Eifrig, Dezember 2016