online am 26. Oktober 2019

Ich weiß nicht mehr, wie es ist.

Ich weiß nicht mehr, wie es ist,
wenn ich im Bett auf der Seite oder auf dem Bauch schlafe,
wenn ich vor dem Aufstehen den Vögeln lausche,
wenn ich vor dem Frühstück zum Joggen gehe,
wenn ich meinen Körper in der Dusche erfrische,
wenn ich die Kaffeetasse in meinen Händen halte,
wenn ich die Tageszeitung lese,
wenn ich mit dem Auto zur Arbeit fahre.

Ich weiß nicht mehr, wie es ist,
wenn ich mit Freude im Garten arbeite,
wenn ich Blumenzwiebeln pflanze oder Rosen beschneide,
wenn ich einen Nutzgarten anlege,
wenn ich Obst und Gemüse ernte,
wenn ich Marmelade einkoche,
wenn ich frisch geernteten Salat zubereite,
wenn ich den Kampf mit dem Maulwurf aufnehme.

Ich weiß nicht mehr, wie es ist,
wenn ich mich in meinem Zimmer vergesse,
wenn ich alte Fotoalben einsehe,
wenn ich einen Schal oder Pullover stricke,
wenn ich auf dem Sofa mit meiner Katze schmuse,
wenn ich die Fenster putze,
wenn ich die Wäsche bügele,
wenn ich die Mülltonne an die Straße stelle.

Ich weiß nicht mehr, wie es ist,
wenn ich es wieder könnte,
wüsste ich wieder, wie es ist.

Maria Eifrig, Mai 2015

 


online am 14. September 2019

Endlich Herbst!

Hitze, der Sommer hat es in sich!
Jeden Tag 30°C,
manchmal auch mehr,
selten weniger.
Morgens raus,
dann alles verdunkeln,
die Tage im Haus verbringen.

Hitze, der Sommer tobt sich aus!
Geschwollene Arme und Beine,
Schmerzen!

Hitze, der Sommer hört nicht auf!
70 Tage Sommer,
ein neuer Rekord,
Tage lang kein Regen,
vertrocknete Felder,
dann 20°C, 25°C,
von heute auf morgen.
Geschafft!

Keine Hitze, der Sommer kommt nicht zurück.
Es ist endlich Herbst!
Hurra, Hurra, Hurra!

Maria Eifrig, September 2018

 


online am 20. August 2019

Tiere

Ich liebe Tiere,
dann gehe ich in den Zoo.
Mir kommen die Tränen.
Eingesperrt in Käfigen,
bestaunt von Menschen,
Freizeitspaß für Groß und Klein.
Lasst uns hier raus,
schreit es an jeder Ecke,
unser Gehege ist zu klein.
Die freie Wildbahn ruft.
Eigentlich geht’s den Tieren im Zoo gut.
Mastbetriebe sind ein Grauen.
Sperren Schweine, Kühe, Hühner
auf engstem Raume ein.
Die Bilder erschrecken uns.
Trotzdem kaufen wir
Fleisch und Eier beim Discounter.
Genießen den Sonntagsbraten
und das Frühstücksei.

Ich muss was tun!
Die Bilder gehen mir nicht aus dem Kopf.
Wie fang ich an?
Werde ich Vegetarier?
Wie kann ich Tiere retten?
Befreie ich Laborratten oder
öffne ich Schweineställe
und jage die Tiere ins Grüne?
Wer kann helfen?
Die Discounter nicht,
sie verkaufen so billig wie möglich,
machen Werbung für ihre Fairtrade Produkte.
Wer hilft mit?
Du, Du oder Du?

Maria Eifrig, Januar 2019

 


online am 09. August 2019

Menschen

Ich liebe Menschen,
das dachte ich früher,
heute nicht mehr.
Sie verstehen mich nicht,
wissen nicht,
wie es ist krank zu sein,
anders sein,
vieles nicht mehr zu können.
Das Schlimmste ist,
sie bestimmen mein Leben,
sagen wann ich aufstehen muss,
bringen mich im Hellen zu Bett.
Zwölf Stunden liegen,
manchmal auch dreizehn Stunden.
Arbeiten fällt aus,
vor 10:00 Uhr komme ich nicht weg,
früher war ich um 8:00 Uhr im Büro.

Nein, ich liebe die Menschen nicht mehr,
sie haben mir zu viel genommen,
sie haben sich verändert,
ich habe mich verändert.
Mein Traum,
in Ruhe,
allein für mich,
am Meer,
auf einer Insel,
den Sandstrand genießen,
allein, nur für mich sein,
einige Tage verbringen,
allein für mich,
nachdenken, relaxen,
allein, nur mit mir,
es geht nicht mehr,
ich muss sie ertragen, die,
die ich nicht mehr lieben kann.

Maria Eifrig, Juni 2019

 


online am 11. Juli 2019

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Du warst die feste Größe
in meinem Leben,
wir wollten uns immer
viel Liebe geben.

Die Jahre vergingen,
die Kinder kamen.
Das feste Gerüst
fiel aus dem Rahmen.

Was passierte mit uns?
Was war geschehn?
So wollten wir beide
nicht weitergehn.

Die Beziehung zerbrach,
die Trennung kam,
du sagtest nicht viel,
vielleicht aus Scham?

Doch die Hoffnung blieb
und siegte sogar;
du kamst zurück,
nach fast einem Jahr.

Vielleicht war es gut,
dass jeder (von uns) es sah.
Liebe ist nie sicher,
das ist uns jetzt klar.

Wir sollten nun lernen,
nach all den Jahren,
wie wir uns sowas
in Zukunft ersparen!

Christa Borowski-Schmitt, Juni 2019

 


online am 28. Juni 2019

Mein Traum

Ich träumte,
ich jogge im Morgengrauen.
ich pflücke Blumen im Kornfeld.
ich spiele Volleyball.
ich fahre Fahrrad.

Ich träumte,
ich gehe die Treppe hinauf.
ich setze mich aufs Sofa.
ich winke mit der Hand.
ich sprenge den Garten.

Ich träumte,
ich tobe mit den Katzen.
ich klettere auf einen Baum.
ich ernte wilde Brombeeren.
ich backe Kuchen.

Ich träumte,
ich tanze in der Disco.
ich sitze nachts auf der Terrasse.
ich springe ins Wasser.
ich suche Muscheln.

Ich erwache
und nichts ist, wie ich es träumte.

Ich träumte,
ich steh auf, wenn ich wach werde.
ich geh ins Bett, wenn ich müde bin.
ich esse, wenn ich Hunger habe.
ich lese Zeitung, wenn ich frühstücke.

Ich träumte,
ich jogge, wenn ich fit werden will.
ich trinke, wenn ich Durst habe.
ich renne, wenn ich zu spät bin.
ich springe, wenn ich nach oben will.

Ich träumte,
ich zieh mich um, wenn mir zu heiß ist.
ich boxe, wenn ich wütend bin.
ich gehe raus, wenn die Sonne scheint.
ich bück mich, wenn ich Salat ernte.

Ich träumte,
ich harke, wenn die Blätter fallen.
ich verreise, wenn ich Urlaub habe.
ich höre Musik, wenn ich tanzen will.
ich singe, wenn ich glücklich bin.

Ich erwache
und nichts ist, wie ich es träumte. 

Maria Eifrig, Dezember 2015

 


online am 13. Mai 2019

Sie wartet auf mich

Ich war rolli-spazieren,
da steht sie,
schaut mich an,
wartet auf mich.

Ich komme näher,
sie läuft voraus,
bleibt stehen,
schaut mich an,
wartet auf mich.

Ich komme näher,
das gleiche Spiel,
sie läuft voraus,
bleibt stehen,
schaut mich an,
wartet auf mich.

Das Spiel wiederholt sich,
bis wir zu Hause sind.

Sie läuft ins Haus,
bleibt stehen,
schaut mich an,
wartet auf Streicheleinheiten.

Ich streichele sie,
zum Dank schnurrt sie,
meine Katze Kallisto.

Maria Eifrig, August 2017

 


online am 30. April 2019

Die Möhre

Welche kauf ich,
die lange dünne,
die dicke runde,
die aus dem Glas,
die aus der Dose,
die aus der Truhe?

Was mach ich,
einen Salat,
eine Suppe,
ein Gemüse,
ein Brot,
einen Kuchen?

Orange, weiß oder violett,
roh oder gekocht,
du wirst von jedem gemocht,
bist gesund und schmeckst lecker.

Maria Eifrig, Mai 2015


online am 30. April 2019

Die Erbse

Du bist klein und rund.
Deine Farbe ist kräftig und bunt.
Im Supermarkt bist du zu kaufen,
im Glas,
in der Dose
und gefroren in der Truhe.
Im Garten steckst du in der Schote.
Frisch geerntet schmeckst du süß.
Du bist kalorienarm,
reich an Vitaminen und Mineralien,
also richtig gesund.
Als Eintopf bist du weltbekannt
und bildest mit der Möhre ein Duett.
Nur im Märchen kannst du nicht landen,
bist zu hart für ein weiches Bett.

Maria Eifrig, Mai 2015

 


online am 11. April 2019

MS

MS,
wer bist Du?
Was bist Du?
Was willst Du?

Hab Dich nicht gerufen,
hab Dich nicht gewollt.
Du kommst,
Du fragst nicht,
Du bleibst einfach.

MS,
wer bist Du?
Was bist Du?
Was willst Du?

 Besetzt meinen Körper,
mal mehr, mal weniger,
lässt mich nicht mehr los.
Ich kämpfe,
finde kein Mittel gegen Dich.

MS,
wer bist Du?
Was bist Du?
Was willst Du?

Bitte geh!
Ohne Dich war das Leben schön.
Bitte geh!
Ich schenk Dir alles, was ich hab,
nur mich lass bitte zurück.
Bitte, bitte geh!

Maria Eifrig, April 2019

 


online am 16. März 2019

Manchmal hilft es!
Du sitzt im Rollstuhl.
Du lebst ein anderes Leben.

Schau weg und mach was Du kannst!

Sie liegen am Strand,
schau weg und
erfreu Dich an der Landschaft.

Sie treiben Sport,
schau weg und
gönn Dir eine Erfrischung.

Sie feiern bis in den Morgen,
schau weg und
gönn Dir eine Ruhepause.

Sie fahren in den Urlaub,
schau weg und
erfreu Dich am herrlichen Garten.

Sie tun was, was Du nicht kannst,
schau weg und
mach das, was Du kannst.

Denk an was Anderes!

Wenn Du denkst,
„ich kann nicht mehr stehen“,
denk an einen Hund,
der Dich voller Freude begrüßt.

Wenn Du denkst,
„ich kann nicht mehr laufen“,
denk an Sie,
die Dich spazieren fährt.

Wenn Du denkst,
„ich kann nicht mehr lachen“,
denk an einen Clown,
der Dich vor Freude zum Weinen bringt.

Wenn Du denkst,
„ich kann nicht mehr weinen“,
denk an eine Wespe,
die Dich in Deinen Finger sticht.

Wenn Du denkst,
„ich kann nicht mehr“,
denk an Dein neues Ich,
das nur denkt, was es kann.

Maria Eifrig, Mai 2016

 


online am 19. Januar 2019

Es tut so weh!

Vor neun Jahren kam er,
war noch nicht ausgewachsen,
wurde ein riesen Kater,
schwarz wie die Nacht,
mit grünen, leuchtenden Augen,
immer nur lieb,
hatte das Tierheim geschrieben,
das stimmte,
streicheln durfte ich ihn nicht,
bis vor einigen Monaten,
er veränderte sich,
hatte Angstzustände,
war unruhig,
dann ging es wieder besser,
bis vor 3 Tagen,
heute hat die Tierärztin ihn eingeschläfert.

Es tut so weh!
Ich muss immer an ihn denken.
Er war ein so schöner Kater,
zum Schluss ein Häuflein Elend.
Die Ärztin hat ihn erlöst,
trotzdem,
es tut so weh!

Maria Eifrig, Januar 2019

 


online am 01. Januar 2019

Das neue Jahr

Es ist da, das neue Jahr.
Was es wohl bringen wird?
Keiner weiß es,
Wünsche und Vorsätze gibt es viele.

Es ist da, das neue Jahr.
Was es wohl bringen wird?
Gesundheit wäre schön,
ein Haufen Geld wäre wunderbar.

Es ist da, das neue Jahr.
Was es wohl bringen wird?
Silvester startet traditionell
mit dem Sketch „dinner for one“.

Es ist da, das neue Jahr.
Was es wohl bringen wird?
Wir heißen es willkommen,
feiern mit gutem Essen und Raketen.

Es ist da, das neue Jahr.
Was es wohl bringen wird?
Keiner weiß es,
herzlich willkommen du neues Jahr!

Maria Eifrig, Silvester 2018